Casper ist zurück und das mit einem sprichwörtlich lauten Knall. Am vergangenen Freitag kündigte er auf dem Chemnitzer Kosmonaut Festival sein neues Album an und Casper wäre nicht Casper, hätte er sich dafür nicht etwas Besonderes ausgedacht. Höchstpersönlich verteilte er dort in der sengenden Sommerhitze Shirts an seine Fans. Schick in weiß mit Casper – Logo und dem „Lang lebe der Tod“-Schriftzug. Auf den Rücken gedruckt in riesigen Lettern ein Datum: 23.09.2016. Spätestens da bedurfte es wenig Fantasie, sich auszumalen, dass das das neue Releasedate des Albums sein könnte und das zuvor per ominöser Lampe gemorste Lang lebe der Tod der Albumtitel dazu.

Kühl, melancholisch und bitterböse aber gleichzeitig auch beeindruckend imposant. Laut und extrem basslastig ist „Lang lebe der Tod“, definitiv ein Statement. Gemeinsam mit Sizarr, Dagobert und Blixa Bargeld ( Sänger der Einstürzenden Neubauten) hat Casper ein imposantes Musikstück geschaffen. Mit dröhnenden Bässen und fließenden Synthiemelodien erinnert das Lied zweitweilig ein wenig an Muse in all ihrem Bombast und Virtuosität. Über das gewaltige Instrumental legt sich Caspers Stimme, die einem fast aggressiv das „Lang , lang, lang lebe der Tod – unser täglich Brot“ entgegen zu spucken scheint, nur um in den Strophen mit Aussagen wie „Alles schon erlebt -Unterhaltung los! Spring durch den brennenden Reif, tanz auf dem heißen Eisen, zeig die Beißer, ja, führ ihn im Kreis“ in bittere Ironie samt Gesellschafts- und Kulturkritik zu rutschen. Auf den ersten Blick vielleicht trivial einfach, bietet der Text eine riesige Bandbreite an Interpretationsmöglichkeiten und ist genau deshalb so brillant.
Sollte „Lang lebe der Tod“ also den musikalischen Grundstein für das kommende Album stellen, dann lässt es auf ein düster-morbides und bittersüßes Album hoffen. Man kann gespannt bleiben, aber der erste Live-Höreindruck versprach viel. Verdammt viel, um ehrlich zu sein.
Schreibe einen Kommentar