Ganz schön lang hat er geschwiegen, der gute Casper. Heute schickt er ein Licht an seine Fans hinaus und schürt damit große Hoffnungen, dabei hatte er sich seit über einem halben Jahr völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Die Fans hatten es erst noch mit einem entspannten „Ach, vielleicht ist er ja im Urlaub!“ abgetan aber dann wurde es Februar, März, April und erste besorgte Fragen kamen auf. „Sag, lebst du noch?“ versuchten ihn da einige zur Reaktion zu bringen, doch Casper blieb still und im Untergrund versteckt. Vergraben irgendwo in Berliner Katakomben oder war er etwa gar im Studio? Statt Bunker- Romantik doch Musik basteln und fleißiges Texte schreiben? Ein Gedanke, der die Hoffnung aufkeimen lässt, aber es würde doch fast Sinn ergeben. Konzentration auf die Arbeit und dafür Social Media Abstinenz, die geneigten Fans würden das schon verzeihen, wenn sie dann am Ende das lang ersehnte neue Album in der Hand halten würden.
Und da war doch noch die schon lange angekündigte Festival Show auf dem Kosmonautfestival, sagenumwoben das einzige Festival des Jahres 2016, da muss doch irgendwas spannendes passieren. Warum sonst sollte er denn diese Show so lange im Vorhinein ankündigen? Vielleicht als selbstgesetzte Deadline ala: Bis dahin muss das Album fertig zur großen Ankündigung sein. Ist das Kosmonaut am Ende der Startschuss für die große Promomaschine? Zwei Monate Interviews und dann September das Album veröffentlichen und Anfang 2017 auf Tour? Klingt doch nach einem Plan. Sehr hypothetisch zwar, aber im Bereich des Möglichen und dennoch blieben Fragen über Fragen, denn einer, der Licht ins Dunkel bringen könnte, schwieg sich auch im Mai noch aus.

Grund zur Sorge? Ja, verdammt nochmal! Ein sehr großer Grund. „Vielleicht beendet er ja jetzt still und heimlich seine Karriere und wohnt ab jetzt auf einer einsamen Insel.“ Nein, das war keine Option. Aber irgendwann macht das alles Sinn. Irgendwann geht allen ein Licht auf und man versteht, warum sechs Monate Untergrund sein mussten und heute war es soweit: Er kommuniziert wieder. Mit einer Lampe. Und Morsezeichen. Besser als nichts, nach sechs Monaten nimmt man alles, was man kriegen kann, wählerisch ist man schon lange nicht mehr.
„Lang lebe der Tod“ sind seine ersten Worte, mit denen er sich mehr oder weniger zurückgemeldet hat. Düster wirkt das und auch ein klein bisschen mystisch. Es erinnert irgendwie an den laufenden Countdown zur Ankündigung seines letzten Albums Hinterland. Es sorgt für Flashbacks zu dem kleinen Videosnippet, der danach folgte. Klar: Im Nachhinein hat vor allem das Intro zu „Im Ascheregen“ absoluten Sinn ergeben. Warum sollte es dann mit der Lampe nicht auch so sein?
Bis zum Kosmonautfestival sind es nur noch sechs Tage. Irgendwas wird da passieren und irgendwann wissen wir auch, warum da eine Lampe stand und warum eine Botschaft gemorst wurde. Irgendwann wissen wir auch was diese Botschaft bedeutet. Bis dahin bleibt nur eines: Geduld haben.
Hier geht es zum Video mit dem Morsecode
[…] letztes Jahr auf dem Kosmonaut Festival noch 7000 T-Shirts for free und eine mysteriös Morsecode flackernde Lampe, hat sich der gebürtige Bielefelder dieses Jahr etwas ganz anderes […]