Eigentlich wollten wir darüber nicht berichten, da diese Debatte so unsinnig ist wie sonst etwas und weil wir sie eigentlich schon für längst beendet erklärt hatten. Nachdem es aber doch noch in weitere Runden des Jennifer Rostock- Bass Sultan Hengzt Konflikts ging, konnten wir uns eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse doch nicht ganz verkneifen. Denn eigentlich ist es ja doch ganz lustig. Aber urteilt selbst und versucht gar nicht erst, euch das Lachen zu verkneifen. Bass Sultan Hengzt hat sich dabei nämlich ganz wunderbar blamiert.
Jennifer Rostock vs Bass Sultan Hengzt
Stein des Anstoßes: Jennifer Rostock haben mit „Hengstin“ einen durchaus feministischen Song veröffentlicht und dazu auch ein passendes Video gedreht. Man sieht Frontfrau Jennifer Weist. Nackt und rappend. Die Folge: Es wurde diskutiert. Da war hier von Kalkül die Rede, dort wurde über das angeblich nicht vorhandene Raptalent gelästert. Uns ist das aber alles herzlich egal: Die Aussage hinter dem Song zählt an dieser Stelle und sticht alle vorgetragenen Argumente. So wirklich skandalös sollte eine nackte Sängerin in der heutigen Zeit im Übrigen nun auch nicht mehr sein, aber scheinbar rutschen manche Rezipienten doch gerne in ein präpubertäres „Huiiii! Brüste! Thihi!“ oder haben schlicht Angst davor. Oder noch schlimmer: Sie haben Angst davor, dass eine Brustbesitzerin den Mund aufmacht.
Zu letzter Gruppe gehört scheinbar Bass Sultan Hengzt. Der fühlte sich von dem Song in seiner Männlichkeit derart angegriffen, dass er sich genötigt sah, mit dem Track „Stute“ eine äußerst peinliche Antwort darauf zu verfassen. In seinem Song ergötzte er sich in sexistischen Rolleklischees. Plumper und vor allem beleidigender als seine sexuell konnotierten Gewaltfantasien geht es aber kaum noch. Eine detaillierte Textszusammenfassung sparen wir uns an dieser Stelle ebenso wie den Link zum Song.
Jennifer Rostock Sieg nach Punkten
Die ´Lage schien sich dann weitestgehend zu beruhigen, bis Jennifer Rostock Mitte Januar zum finalen Schlag ausholten. Auf Facebook posteten sie eine Unpluggedversion von „Neider machen Leute“ samt verändertem Text und holten zum Gegenschlag gegen alle Hater aus, insbesondere gegen Bass Sultan Hengzt. Das Ganze gipfelte dann in folgender letzter Strophe:
„Deutschrapfans zieh’n den Schwanz ein, ganz klein
Frauen, die was zu sagen haben, jagen ihnen Angst ein
Keine Punchline, nur sexistisches Geballer
Was’n eierloser Disstrack, Bass Sultan Wallach“
Autsch. Das muss dem armen Bass Sultan Hengzt gewaltig weh getan haben. Zumindest widmet er Jennifer Weist in einem weiteren Song („Donald Trump“) ein paar mittelmäßige Zeilen und zieht dabei doch ein wenig den Schwanz ein. Das mit Jennifer Weist sei doch nicht so gemeint („Ach Jenny, es waren doch nur kleine Sprüche, ich träume nur von einem Bumms in deiner Küche.“) immerhin umgibt er sich doch gerne mit hübschen Frauen. Könnte man halbwegs durchgehen lassen, würde er im selben Atemzug nicht Donald Trump zitieren. Das ist dann im Endeffekt genauso widerlich wie der Stutensong.
Nichts desto trotz: Der Sieg nach Punkten geht definitiv an Jennifer Rostock. Zum einen wegen der Sache an sich und zum anderen: Wie schön ist bitte die Zeile „Was’n eierloser Disstrack, Bass Sultan Wallach“. Wir haben auf jeden Fall laut darüber gelacht. Aber vielleicht noch lauter über das armselige Würstchen Bass Sultan Hengzt. Verzeih… Bass Donald… halt nein: Bass Sultan Wallach. Man muss ja bei den Fakten bleiben.
Tourdaten
Wer Jennifer Rostock live sehen möchte, der sollte sich beeilen. Die Tour ist in vielen Städten bereits ausverkauft, dennoch hier ein kleiner Überblick über die Tourdaten:
26.01.2017 Graz (AT) – Orpheum (ausverkauft)
27.01.2017 Ulm – Roxy
28.01.2017 Pratteln (CH) – Z7
31.01.2017 Saarbrücken – Garage (ausverkauft)
02.02.2017 Frankfurt – Batschkapp/ausverkauft
03.02.2017 Köln – Palladium (ausverkauft)
04.02.2017 Nürnberg – Löwensaal (ausverkauft)
09.02.2017 Stuttgart – Wizemann (Halle)
10.02.2017 München – Tonhalle (ausverkauft)
11.02.2017 Wien (AT) – Gasometer /verlegt aus der Arena
15.02.2017 Hamburg – Mehr! Theater
17.02.2017 Dresden – Alter Schlachthof (ausverkauft)
18.02.2017 Erfurt – Thüringenhalle
19.02.2017 Berlin – Columbiahalle (ausverkauft)
23.02.2017 Hannover – Swiss Life Hall /verlegt aus dem Capitol
24.02.2017 Leipzig – Haus Auensee (ausverkauft)
25.02.2017 Rostock- Moya Kulturbühne (ausverkauft)
Foto: FKP Skorpio
Sehr schön auf den Punkt gebracht!